Therapie
06.04.2026
„NEUROTRAINING wird zum Standard für Therapeuten werden"
©
Interview Andreas Könings, Deutsche Neuro-Akademie
Neurotraining zielt darauf ab, die neuronale Ansteuerung von Bewegungen zu optimieren, indem das Gehirn und das Nervensystem direkt trainiert werden. Der Fokus liegt dabei auf der Verbesserung visueller, vestibulärer und propriozeptiver Systeme, um Bewegungsabläufe effizienter zu gestalten, Schmerzen zu lindern und die Leistung zu steigern. Andreas Könings ist Inhaber der Deutschen Neuro-Akademie in Bornheim bei Bonn und bildet NeuroTrainer aus. Wir sprachen mit ihm über sein Konzept und die Bedeutung des Ansatzes für Therapeuten.
Lieber Andreas, zusammen mit deiner Frau Lisa betreibst du die Deutsche Neuro-Akademie. Wie bist du persönlich mit dem Thema in Kontakt gekommen?
Ich war als Basketballer im Leistungssport aktiv. Innerhalb von 12 Monaten erlitt ich zweimal einen Kreuzbandriss. Für die zweite Reha-Phase habe ich damals nach einem Konzept für mich gesucht, das besser funktioniert und mich mit vielen Themen beschäftigt. Nach einem dreitägigen Seminar in Kopenhagen bei Z-Health waren dann alle Zweifel beseitigt und ich startete meine zweite Karriere.
Wie hat sich deine Karriere als Neuro-Trainer entwickelt?
Ich habe meine Kurse früher alle auf Englisch gemacht, weil es noch keine deutschen Angebote gab. Neurotraining hat sich aber sehr positiv entwickelt und die Nachfrage ist spürbar gestiegen. Ich bin 2018 ins Team der Akademie eingestiegen und seitdem als Fort bilder aktiv. Im Laufe der Jahre hat sich das Ausbildungsangebot deutlich vergrößert.
Seit wann gibt es die Deutsche Neuro-Akademie?
Die ‚Deutsche Akademie für Neuroperformance‘ ist 2017 gegründet worden. 2021 haben meine Frau Lisa und ich das Unternehmen übernommen. 2024 haben wir uns für den neuen Namen ‚Deutsche Neuro-Akademie‘ entschieden. Damit wollten wir unser Profil schärfen. Denn zuvor verbanden uns viele mit ‚Neuroathletik‘ und eher mit Sport. Der Begriff ‚Neuro-Training‘ passt deutlich besser zu uns, denn wir möchten vor allem den therapeutischen Bereich ansprechen.
Wer ist die Zielgruppe?
In erster Linie kommen Therapeuten aus den verschiedenen Fachbereichen (Physio, Ergo, Osteopathie) zu uns. Weitere Gruppen sind Trainer und Mediziner sowie ganz unterschiedliche Gesundheitsdienstleister. Zudem freuen wir uns über Teilnehmer aus dem Bereich Gesundheit. Zuletzt war zum Beispiel ein Raumpsychologe mit dabei. Dadurch ergeben sich spannende Perspektiven und interessante Verbindungen.
Müssen Teilnehmer Vorwissen mitbringen?
Wir halten Ausbildungen für jedes Niveau bereit. Viele der Teilnehmer bringen durch ihre vorherigen Ausbildungen und ihren Job auch Vorwissen mit. Vorwissen im neurozentrierten Training ist nicht notwendig.
In welcher Form bietet ihr die Ausbildungen an?
Wir verfügen über eine hybride Struktur und bieten die Ausbildungen auf Deutsch an. Die Teilnehmer können also hier vor Ort sein oder sich virtuell live dazuschalten. Unser Ansatz ist, das Format so interaktiv wie möglich zu gestalten, damit die Inhalte möglichst gut transportiert werden. Zudem bieten wir auch Inhouse-Schulungen an, auf Wunsch auch auf Englisch. Unser Angebot ist daher einzigartig in Deutschland.
Was sind weitere Vorteile der Seminare bei euch?
Wir haben einen umfangreichen Mitgliederbereich mit Seminaraufzeichnungen, Übungsvideos und Literatur. Die Teilnehmer können schon vorab darauf zurückgreifen. Jedes Seminar kann kostenfrei wiederholt werden. Wir bleiben mit den Teilnehmer in Kontakt und möchten, dass keine Fragen offen bleiben. Dafür gibt es regelmäßige live Fragerunden.
Welche Neuerungen gibt es 2026 bei euch?
Wir haben ein neues Aufbauseminar, den Neuro-Schmerz Trainer ins Programm aufgenommen und unser NeuroBasic Grundlagenseminar komplett überarbeitet. Im allgemeinen wird auch der Bereich der Energieversorgung eine größere Rolle spielen.
Welche Bereiche lassen sich durch Neuro-Training optimieren?
Grundsätzlich alle, denn an den meisten Prozessen sind das Gehirn und das Nervensystem beteiligt. Neben der Performance im Leistungssport gibt es auch Ansatzpunkte in der Therapie, beim Thema Schmerz und bei der Entwicklung von Kindern.
Warum eignet sich das Konzept insbesondere auch für Physiotherapeuten?
Physiotherapeuten beschäftigen sich während ihrer Ausbildung nur am Rande mit dem Nervensystem. Neuro-Training ist kein Ersatz, sondern eine sinnvolle Ergänzung, um möglichst ganzheitlich und effektiv zu arbeiten. Für mich ist der Ansatz daher ein No-Brainer für Therapeuten, egal ob diese am Anfang ihrer Karriere stehen oder mittendrin. Gerade auch bei Schmerzpatienten können „einfache Dinge“ eine große Wirkung entfalten. Unsere Kursteilnehmer zählen jetzt noch zu den Vorreitern, schon bald wird aber kein Therapeut mehr an dem Thema vorbeikommen. Irgendwann werden dann die Patienten entscheiden, wo und wie sie sich behandeln lassen möchten. Neurotraining ist auf dem Weg, von einer sinnvollen Ergänzung zum Standard zu werden.
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin!
Das Interview führte Philipp Hambloch.
‹ Zurück
Training
06.04.2026
Neuroathletik-Training
06.04.2026
„NEUROTRAINING wird zum Standard für Therapeuten werden"
Interview Andreas Könings, Deutsche Neuro-Akademie
06.04.2026
Technik für die Therapie
Marktübersicht medizinische Kraftgeräte
05.04.2026
Technogym: Gesunde Longevity durch Bewegung
News zur FIBO 2026 #16




