Gesundheit
08.06.2026
Innovationskraft und Technologie für präzise Ergebnisse
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InBody feiert 30-jähriges Jubiläum
Vor 30 Jahren wurde InBody mit einer klaren Vision gegründet: die Körperzusammensetzungsanalyse präziser, zugänglicher und wissenschaftlich fundierter zu machen. Heute ist InBody in zahlreichen Ländern vertreten und aus professionellen Fitness-Studios, medizinischen Einrichtungen und im betrieblichen Gesundheitsmanagement kaum mehr wegzudenken. Wir sprachen mit Country Manager O-Sung Kwon über die Erfolgsfaktoren und die gegenwärtige Positionierung.
Herr Kwon, wenn Sie auf 30 Jahre InBody zurückblicken – welche Meilensteine haben das Unternehmen aus Ihrer Sicht am stärksten geprägt?
Die InBody-Systeme waren technisch von Beginn an auf einem sehr hohen Niveau. In der Anfangsphase konnten wir vor allem durch unsere innovative Technologie überzeugen. Mit der Zeit wurde jedoch deutlich, dass reine Messdaten nicht mehr ausreichen. Der entscheidende Wendepunkt war die Erkenntnis, dass es nicht nur um die Erhebung von Werten geht, sondern um deren verständliche Interpretation und Darstellung. Ein zentraler Meilenstein ist die Entwicklung der InBody Touch. Sie ermöglicht es, komplexe Gesundheitsdaten intuitiv zu visualisieren und einzuordnen. Heute bildet sie das Herzstück unseres InBody-Ökosystems. Neben den klassischen BIADaten lassen sich auch Blutdruck, Handgriffkraft und Sturzrisiko integrieren. Dadurch entsteht ein geschlossenes System, das unseren Kunden eine ganzheitliche Nutzung ermöglicht.
Wie hat sich die Technologie seit den Anfangsjahren konkret weiterentwickelt?
Die Frage ist insofern anspruchsvoll, als InBody selbst aus der Weiterentwicklung der klassischen BIA-Technologie hervorgegangen ist. Unser Ansatz basierte von Anfang an darauf, bestehende Schwächen zu überwinden. Die grundlegende Messtechnologie hat sich seitdem nicht radikal verändert – sie war von Beginn an sehr präzise. Weiterentwicklungen fanden vor allem im Bereich Hardwaredesign, Nutzerführung und Datenaufbereitung statt.
Welche Neuheiten präsentiert InBody in diesem Jahr?
Das geschlossene InBody Ecosystem mit der InBody Touch als Bindeglied zu allen anderen InBody Werten wird ein Highlight für dieses Jahr.
In wie vielen Ländern ist InBody aktiv und welche Regionen sind am wichtigsten?
Wir sind mittlerweile bei knapp 80 Ländern angekommen. Die größten Regionen stellen Südkorea, USA, China, Japan und Deutschland dar.
Welche Unterschiede beobachten Sie im deutschsprachigen Markt im Vergleich zu anderen internationalen Märkten?
Wie viele Hersteller hat sich auch InBody lange an Trends aus den USA orientiert. Diese erreichen den deutschen Markt erfahrungsgemäß mit einer Verzögerung von ein bis zwei Jahren. Interessant ist jedoch, dass Deutschland in den Bereichen Digitalisierung und Systemintegration mittlerweile eine Vorreiterrolle einnimmt. Die Vernetzung von Hardware und Software ist hier oft weiter fortgeschritten als in den USA – eine Entwicklung, die in den kommenden Jahren spannend zu beobachten sein wird.
Wie unterstützen InBody-Systeme Fitnessstudios dabei, Mitglieder langfristig zu binden und Trainingsfortschritte transparenter zu machen?
Studien zeigen klar: Mitglieder möchten Fortschritte sehen. Sichtbare Erfolge steigern die Zufriedenheit und damit die langfristige Bindung. Allerdings funktioniert das nicht automatisch durch den Einsatz eines Geräts. Entscheidend ist ein ganzheitliches Konzept. Die InBody-Analyse sollte in alle Prozesse integriert werden – vom Vertrieb über die Trainingsbetreuung bis hin zu Zusatz angeboten. Über die InBody App haben Mitglieder jederzeit Zugriff auf ihre Ergebnisse, können diese nachvollziehen und erhalten Handlungsempfehlungen. Diese Transparenz stärkt die Eigenmotivation und Kundenbindung.
Welche Mehrwerte ergeben sich durch InBody für Physiotherapeuten?
Die Physiotherapiebranche befindet sich derzeit im starken Wandel. Die Gespräche mit unseren Kunden haben gezeigt, dass es immer noch sehr viele „Ein-Mann-Armeen“ gibt. Da hast Du einen Physiotherapeuten, der gleichzeitig Geschäftsführer, Therapeut und Administrator spielen muss. Das geht auf die Dauer nicht gut. Der Trend geht mehr in die Richtung eines Selbstzahler-Bereichs. Es gibt sehr gute Physiotherapiepraxen, die es nicht nur geschafft haben, Qualität anzubieten, sondern auch finanziell wertschöpfend zu arbeiten. „Von der Liege auf die Trainingsfläche“ ist ein bekannter Satz. Den Schlüssel hierfür stellt das InBody Ecosystem.
Als Country Manager tragen Sie Verantwortung für Marktstrategie und Partnerschaften. Was sind Ihre persönlichen Schwerpunkte und Ziele für die kommenden Jahre?
InBody hat bereits eine starke Position im deutschen Markt. Mein Ziel ist es daher nicht, das Geschäftsmodell grundlegend zu verändern, sondern bestehende Strukturen weiter zu optimieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung unserer Bestandskunden sowie der Erschließung neuer Anwendungsfelder – auch außerhalb der klassischen Fitnessbranche. Ebenso wichtig ist mir die interne Perspektive: Ich möchte unserem Team ein Arbeitsumfeld bieten, das effizientes und fokussiertes Arbeiten ermöglicht. Klare Strukturen sind dabei ein entscheidender Erfolgs - faktor – hier sehen wir noch Entwicklungspotenzial.
Wohin entwickelt sich die Fitnessund Gesundheitsbranche in den nächsten zehn Jahren – und welche Rolle wird InBody dabei spielen?
Die Branche wird sich weiter in Richtung niedrigschwelliger Zugänge entwickeln. Dazu zählen unter anderem personallose Studios und spezialisierte Diagnostikzentren. Die klassische Fitnessstudio-Mitgliedschaft könnte an Bedeutung verlieren, während flexible Modelle und Aggregatoren an Relevanz gewinnen. Unabhängig davon wird die objektive Erfassung und Darstellung von Gesundheitsparametern weiterhin essenziell bleiben – und genau hier wird InBody auch künftig eine wichtige Rolle spielen.
Vielen Dank für das Interview.
Das Interview führte Susanne Neumann.
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